Ich bin Gotthilf,

Gotthilf Lorch, geboren im Juni 1961, 4 Monate bevor  Contergan auf dem deutschen Markt verboten wurde.

Als Direktkandidat des Kreisverband Ravensburg DIE LINKE – noch bewerbe ich mich darum –  möchte ich mich der Landtagswahl in Baden Württemberg am 27. März 2011 stellen.

Denn ich möchte in den Landtag von Baden Württemberg.

Mein Programm wird neben dem Landesprogramm und dem Bundesprogramm, das zur Zeit überarbeitet wird, der Partei DIE LINKE auch noch die allmähliche Umsetzung der Behindertenrechtskonvention der UNO sein. Den ich meine, die Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Behinderungen kommt in allen Punkten allen Menschen in jeder Lebenssituation zu Gute. Denn Behindertenthemen sind immer Querschnittsthemen.

Mehr dazu bald, heute möchte ich aber mich und meine Anliegen vorstellen.

Übrigens: nicht immer laufe ich so schick durch die Gegend wie auf obigem Bild. Meistens bin ich normal angezogen – das alleine schon wegen meiner Behinderung – es ist einfach bequemer so.

Ich wohne zusammen mit meiner Frau Anița in Tübingen und arbeite dort als Sozialarbeiter für eine kleine Stiftung, der Stiftung Alten und Behindertenhilfe, Weingarten. Ich berate Menschen mit Behinderungen in Angelegenheiten der Pflege, Pflegeversicherung, Assistenz, Hilfsmittelversorgung  und zur Erlangung eines selbstbestimmten und selbständigen Lebens. Nebenher bin ich noch aktiv in der Adventgemeinde Tübingen.

Seit 1988 bin ich in Tübingen behindertenpolitisch aktiv und war und bin maßgeblich beteiligt an einer barrierefreieren Stadt Tübingen. Obwohl wir uns sicher noch lange über unser „historisches“ Altstadtpflaster und über einen nicht zugänglichen Bahnhof ärgern, haben wir seit 8 Jahren einen zu 100 % mit Rampen ausgestatteten Busparcours für den städtischen ÖPNV (leider nicht im Kreis Tübingen), sind nahezu alle Kindergärten und auch immer mehr Schulen barrierefrei, sind alle öffentliche Ämter barrierefrei erreichbar und werden sämtliche neue, bauliche Stadtteilprojekte mit unserem gut funktionierendem Koordinationstreffen der Tübinger Behindertengruppen besprochen.

Seit Herbst 2009 die Stadt Tübingen die Barcelonaer Erklärung unterzeichnet.  

Im Dezember 2009 hat mich der Tübinger Gemeinderat als sachkundiger Bürger in den Ausschuss für Wirtschaft, Finanzen und Verwaltung gewählt und ein Jahr vorher bin ich Stellvertreter der Linken im Ortsbeirat Südstadt geworden.

Doch warum möchte ich nun ausgerechnet im Wahlkreis Ravensburg kandidieren ?

Bevor ich 1983 mein Studium in Reutlingen begann, habe ich Weingarten gewohnt und bin lange Jahre aufgrund meiner Körperbehinderung (kurze Arme und Beine wegen einer Contergan-Schädigung, auf viele Hilfen und einen elektrischen Rollstuhl angewiesen) in Weingarten und Ravensburg im Körperbehinderten-Zentrum Oberschwaben zur Schule gegangen. Später noch in die Edith-Stein-Schule in Ravensburg.

Bis heute ärgere ich mich bei den Besuche meiner Eltern, die noch in Weingarten leben, wie wenig in Ravensburg und Weingarten und auch in den Gemeinden drum herum barrierefrei gestaltet wurde und wird.

Im Dezember 2008 wurde ich Mitglied der Linken. Direkter Anlass war die Kindergelderhöhung,  die bei alleinerziehenden Hartz-IV EmpfängerInnen postwendend wieder abgezogen wurden. Zudem wurden und werden seither die Bedingungen für ein selbstbestimmtes und selbständiges Leben behinderter Menschen mit Assistenzbedarf überall immer mehr erschwert.

2009 kandidierte ich für den Kreis und die Gemeinde Tübingen. Leider persönlich efolglos. Denn in Stadt und Kreis Tübingen ist die Linke schon sehr gut aufgestellt. Doch ich durfte meinen Teil gut beitragen.

Nun suche ich im Kreis Ravensburg einen neuen Wirkungskreis. Ich bin überzeugt, dass meine favorisierten Themen der Linken im Kreis Ravensburg eine Bereicherung sein werden. Denn, man kann es nicht oft genug schreiben,  das Thema barrierefrei ist ein Querschnitts-Thema, das nicht nur Menschen mit Lernschwierigkeiten, Körperbehinderte, Blinde und Sehbehinderte, Gehörlose und Schwerhörige und Chronisch Kranke betrifft – nein, das Thema verhilft Allen zu einem besseren und bequemeren Umgang und betrifft vor allem auch Kinder, Jugendliche, Menschen, die viel und schwer tragen müssen, vorübergehende Kranke, alte und gebrechliche Menschen und vor allem auch deren Angehörigen. Und so hätten wir nahezu die ganze Bevölkerung wieder mit einbezogen. Das Ziel ist eine inklusive Gesellschaft für Alle, so wie es die Behindertenrechtskonvention der UNO vorschreibt.

Meine Themen im Besonderen, aber natürlich nicht ausschließlich, sind deshalb:

Eine Schule für Alle               Kinder und Jugendliche sollten für ihre Entwicklung möglichst lange Freiräume haben und nicht schon sehr früh eingeengt sein durch allzu spezifische Lernziele. Anderssein sollte als soziale, kulturelle, gesellschaftliche und menschliche Bereicherung gesehen werden und nicht als Defizit. Alle Kinder sollten eine reelle Entwicklungschance für ihr späteres Leben erhalten. 

Wohnraum für Alle                Wohnraum ist ein Grundbedürfnis, das immer mehr missachtet wird. Viele können ihn sich nicht mehr leisten, alte und behinderte Menschen finden wenige oder keine barrierefreien Möglichkeiten. So wird Wohnraum dazu benutzt um Auszugrenzen, um Ghettos für Arme (aber auch für Reiche) zu schaffen und alte und behinderte Menschen in Institutionen zu drängen. Das Land muss unbedingt wieder mehr den sozialen Wohnungsbau ankurbeln und die Schaffung von Wohnraum auch privat fördern – unter der Prämisse, dass dieser dann auch als bezahlbarer Wohnraum weiter gereicht wird.

Öffentliche Verkehrsmittel sollten öfter fahren, den ländlichen Raum besser berücksichtigen, billiger, also für Alle bezahlbar, sein und vor allem zuverlässig barrierefrei, also für Alle nutzbar werden.

Soziale Absicherung              Ganz im Gegensatz zur momentanen Sparwut, vor allem an denen, die sowieso nichts haben, sollte es eine viel umfangreichere soziale Absicherung für Kinder, für alleinerziehende Mütter und Väter, für alte, kranke und behinderte Menschen geben. Ich persönlich plädiere für ein Grundgeld auf hohem Niveau für Alle, woraus natürlich eine proportionale Besteuerung ohne Schlupflöcher für Verdiener, gut-Verdiener und sehr-gut-Verdiener erfolgen würde. Das wird noch lange Utopie sein. Keine Utopie darf aber die stärkere Heranziehung von Großbesitz und großem Vermögen. Damit jede/r wenigstens prozentual gleich beteiligt wird an der sozialen Absicherung, der Gesundheitsabsicherung und er Absicherung von allgemeinen Lebensgefahren.

Kopfpauschalen und Abschiebungen in institutionelle Abhängigkeiten haben hier keinen Platz.

Im Moment muss das genügen. Schon bald werde ich allerdings auf diese und auch auf andere Themen näher und differenzierter eingehen. Dann hoffe, ich, mit möglichst Vielen in die Diskussion einsteigen zu können.

Bis dahin solidarische Grüße und alles Gute

Euer

Gotthilf Lorch

Ach ja, wer mich näher kennenlernen möchte, kann das auch in einer Ferienreise nach Rumänien tun. Mehr dazu in http://www.amici-tue.de/deutsch/Freizeit.html

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