Offener Brief an Kreis und Stadt Ravensburg

Offener Brief an

Herrn  Kurt Widmaier, Landrat im Landratsamt Ravensburg

 Herrn Dr. Daniel Rapp, Oberbürgermeister der Stadt Ravensburg

 Sehr geehrter Herr Landrat Widmaier, Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Dr. Rapp,

 sicherlich haben Sie über die Presse vernommen, dass ich zum Landtagskandidat für den Wahlkreis 69 Ravensburg gewählt wurde. Aufgrund meiner eigenen Behinderung habe ich selbstverständlich mit großem Interesse gleich mehrere Themenblöcke aus der Presse gelesen, die Menschen mit Behinderungen betreffen. Deshalb möchte ich Sie Beide um ein gemeinsames Gespräch mit Ihnen, unserem Kreisvorstand Reinhard Gumz und mir bitten.

Themenpunkte sollten hier folgende sein:

Mit Schrecken und auch ein bisschen verärgert über die Art und Weise habe ich am 12. Oktober aus der Schwäbischen Zeitung  zur Kenntnis genommen, das Menschen mit Behinderungen eine besonders hohen Kostenfaktor darstellen mit der Eingliederungshilfe für die Kostenübernahme in eine stationäre Behandlungseinrichtung, das ambulant betreute Wohnen oder die Werkstatt für Behinderte. Wirklich schlimm finde ich, was hier für ein Bild des betroffenen Personenkreises geschaffen wird. Zudem wird völlig übersehen, dass gerade der Kreis Ravensburg sehr von diesen Einrichtungen profitiert, schaffen sie doch sehr viele Arbeitsplätze. Dabei ist aber leider davon auszugehen, dass die Einrichtungen nicht immer im Sinne von Selbstbestimmung und inklusiver Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für Menschen mit Behinderungen arbeiten.

Dasselbe gilt für Ihre Sorge über die immer höheren Sonderschülerzahlen im Kreis.

Ein weiteres Thema ist der öffentliche Nahverkehr im Kreis und in der Stadt Ravensburg. Immer noch nicht sind im Stadtverkehr alle Busse zu 100 % barrierefrei. Wie soll man da seine Fahrt, seine Termine organisieren und terminieren ? Und möchte man ins Umland, in die Dörfer, ist hierzu keine Möglichkeit gegeben, da hier nahezu alle Fahrzeuge nicht barrierefrei sind. Dann wird auch noch gutes, wie kurze Abstände zwischen den Bushaltestellen, politisch schlecht geredet mit dem Ziel, den Bus in der Fußgängerzone abzuschaffen um eventuell mehr Umsatz zu erwirtschaften.

Weiterer Brennpunkt ist aber gerade dies Fußgängerzone in Ravensburg, die für viele Bevölkerungsgruppen einfach zu Stolperfallen und Hindernissen gestaltet wurde – selbst die neu gestalteten Stellen. Der Ausspruch, man müsse eine sorgfältige Abwägung zwischen der Begehbarkeit/Befahrbarkeit und der Gestaltung treffen (nachzulesen am 8.10. in der Schwäbischen Zeitung) ist ja wohl mehr als unangebracht. Denn hier nehmen Sie bewusst die gesundheitliche Gefährdung Ihrer BürgerInnen in kauf !

 Auch muss man dringend über neue Möglichkeiten der ambulanten Versorgung von behinderten und alten Menschen reden. Denn schon lange sind Pflegeheime nicht mehr adäquates Versorgungsmittel und auch nicht mehr akzeptabel, spätestens jedoch seit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention.

Wegen dieser Gründe bitte ich um ein Gespräch, gerne auch mit Ihren Behindertenbeauftragten von Kreis und Stadt.

Mit freundlichen Grüßen,

Gotthilf Lorch, Landtagskandidat im Wahlkreis 69 Ravensburg für DIE LINKE 

Weiter geht das Schreiben an die Schwäbische Zeitung rv@schwaebische-zeitung.de

und wird veröffentlicht in https://gotthilf.wordpress.com/

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